Anlagen und Komponenten der chemischen Verfahrenstechnik arbeiten in einigen der anspruchsvollsten Umgebungen der modernen Industrie.
Aggressive Chemikalien, erhöhte Temperaturen, Druck, mechanische Beanspruchung und lange Betriebslebensdauern beeinflussen die Werkstoffleistung maßgeblich. Aus diesem Grund kann die Materialauswahl niemals allein auf der chemischen Beständigkeit basieren.
PFA (Perfluoralkoxy) wird von Ingenieuren bevorzugt gewählt, wenn eine ausgewogene Kombination aus chemischer Resistenz, thermischer Stabilität, mechanischer Zuverlässigkeit und thermoplastischer Verarbeitbarkeit gefordert ist.
Warum PFA für die chemische Verfahrenstechnik?
PFA ist ein vollfluorierter thermoplastischer Fluorkunststoff mit herausragender Beständigkeit gegenüber nahezu allen industriellen Chemikalien und Lösungsmitteln.
Everflon™ PFA Produkte wurden entwickelt, um exzellenten Korrosionsschutz zu bieten und gleichzeitig nützliche elektrische und mechanische Eigenschaften über einen weiten Temperaturbereich beizubehalten. Everflon spezifiziert Dauereinsatztemperaturen von bis zu 260°C (500°F), abhängig vom jeweiligen Produkttyp und den Einsatzbedingungen.
Dieses Eigenschaftsprofil macht PFA zum bevorzugten Werkstoff für kritische fluidführende Bauteile in anspruchsvollen Prozessumgebungen.
Typische Anwendungen in der chemischen Verfahrenstechnik
PFA bietet bewährte Zuverlässigkeit in zahlreichen anspruchsvollen Chemie- und Reinstmedienanwendungen:
*Der geeignete Werkstoff und Typ hängen von den spezifischen Anforderungen des jeweiligen Prozesses ab.
Chemische Beständigkeit ist nicht die einzige Anforderung
Betrachten wir ein Bauteil, das heißen, aggressiven Medien unter Druck ausgesetzt ist. Chemische Beständigkeit ist unverzichtbar – das Bauteil muss jedoch dem gesamten Spektrum der Betriebsbeanspruchungen standhalten:
Aus diesem Grund muss stets das gesamte Betriebsumfeld ganzheitlich analysiert werden.
Hochtemperaturverhalten und Kriechfestigkeit
Die Temperatur hat einen wesentlichen Einfluss auf die Eigenschaften von Polymeren. Mit steigender Temperatur verändern sich die mechanischen Kennwerte, und das Langzeitkriechen wird zu einem entscheidenden Dimensionierungsfaktor.
Everflon™ PFA ist speziell für thermisch anspruchsvolle Umgebungen ausgelegt und bietet eine hervorragende Hochtemperatur-Kriechfestigkeit. Für jede Anwendung müssen Betriebstemperatur, Expositionsdauer und mechanische Last exakt aufeinander abgestimmt werden.
Spezifische PFA-Anwendungen: Schläuche und Auskleidungen
PFA für Chemieschläuche
Schläuche und Rohre gehören zu den wichtigsten Einsatzbereichen von PFA. PFA-Schläuche werden gewählt, wenn folgende Eigenschaften gefordert sind:
Unterschiedliche Schlauchgeometrien und Extrusionsgeschwindigkeiten erfordern spezifisch angepasste PFA-Typen.
PFA für Auskleidungen (Linings)
PFA wird zudem als schützende Innenauskleidung eingesetzt, um metallische Trägerstrukturen vor Korrosion zu schützen. Typische Einsatzbereiche umfassen:
Hochreine PFA-Typen bieten zusätzliche Sicherheit bei strengsten Reinheitsanforderungen. Everflon™ GC-Typen sind gezielt für das Reinstmedien-Handling in Halbleiter- und Pharmaanwendungen ausgelegt.
Auswahl des richtigen Everflon™ PFA-Typs
Everflon™ bietet ein Portfolio an PFA-Granulaten mit unterschiedlichen Schmelze-Massefließraten (MFR) für alle gängigen Verarbeitungsverfahren:
Die technischen Leitfäden von Everflon ordnen diese Typen präzise den jeweiligen Schlauch-, Draht-, Auskleidungs- und Spritzgussanwendungen zu.
Standard-PFA vs. Reinst-PFA
Nicht jede chemische Anwendung erfordert ein Reinstharz. Die richtige Wahl richtet sich nach den spezifischen Prozessanforderungen.
Standard-PFA (General Purpose)
Hervorragend geeignet für klassische Chemieanwendungen, Rohrleitungen und Wäscher, bei denen Korrosionsschutz und thermische Stabilität im Fokus stehen.
Wirtschaftlicher und zuverlässiger Korrosionsschutz
Dauerbetriebstemperatur bis 260°C
Hohe mechanische Festigkeit und Zähigkeit
Reinst-PFA (High-Purity)
Speziell für Halbleiter-, Reinstchemikalien- und Pharmaanwendungen mit extrem strengen Grenzwerten für Extrahierbare und Partikelabgabe.
Extrem niedrige Metallionen-Auswaschung (ppt-Bereich)
Streng kontrollierter TOC-Gehalt und minimale Rückstände
Extrem glatte Oberfläche gegen Partikelablagerungen
Ausgangspunkt: Die reale chemische Betriebsumgebung
Bei der Werkstoffauswahl sollten Ingenieure folgende 8 Kernparameter vollständig definieren:
Die chemische Beständigkeit muss stets unter den tatsächlichen Betriebsbedingungen validiert werden.
Sprechen Sie mit den Everflon™ Experten
Ob Sie Chemieschläuche, Auskleidungen, Ventile, Fittings oder fluidführende Komponenten entwickeln – unsere Werkstoffingenieure unterstützen Sie gerne bei der optimalen Auslegung.