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09 08 26
Von Unterwasser-Bohrlochköpfen in der Tiefsee bis hin zu Hochdruck-Hochtemperatur-Bohrsträngen (HPHT): Unbeschichtete Kohlenstoffstähle und galvanische Metallüberzüge versagen unter dem Einfluss von feuchtem Schwefelwasserstoff (H2S), marinen Chloriden und Schwerölverkrustungen in kürzester Zeit. Thermisch eingebrannte Everflon™ Fluorpolymerschichten bilden eine diffusionsdichte, reibungsarme und chemisch inerte Schutzbarriere, die Standzeiten maximiert und teure Förderausfälle vermeidet.
Ausrüstungen in der Öl- und Gasförderung sind den chemisch aggressivsten Bedingungen des industriellen Anlagenbaus ausgesetzt. Mess- und Bohrwerkzeuge (MWD/LWD), Unterwasser-Sicherheitsventile, Eruptionskreuze und Pipelinenetze müssen extremen Druckstufen, Lagerstättentemperaturen und mehrphasigen Fluiden standhalten, die mit Schwefelwasserstoff (H2S), Kohlendioxid (CO2) und hochkonzentrierten Formationssalzlaugen beladen sind. Bei ungeschützten Bau- und Vergütungsstählen führt dieser Kontakt zu raschem Lochfraß, wasserstoffinduzierter Spannungsrisskorrosion (HIC/SSC) und fatalem Materialversagen.
Gleichzeitig beeinträchtigen Ausfällungen von Paraffinwachsen, viskosen Asphaltenen und mineralischen Sulfatskalen den Durchfluss in Förderleitungen massiv, was regelmäßige Molchungen oder aufwendige Chemikalienspülungen erfordert. Konventionelle Schutzschichten wie Zink-, Kadmium- oder Standard-Nickelbeschichtungen bauen sich in der marinen Spritzwasserzone durch galvanische Opferwirkung rasch ab, führen zum Kaltverschweißen von Flanschverbindungen und erzwingen das zerstörende Abtrennen von Bolzen mit dem Schneidbrenner. Die industriellen Everflon™ Fluorpolymerbeschichtungen (PTFE, PFA, FEP, ETFE) ersetzen solche provisorischen Maßnahmen durch eine durchgehende, porenfreie Schutzschicht. Sie unterbinden galvanische Kriechströme, sperren Sauergase molekular ab und bieten dauerhaften Schutz vor Anbackungen.
Everflon™ PFA-, PTFE- und ETFE-Formulierungen weisen keinerlei chemische Affinität zu Schwefelwasserstoff, Kohlensäure oder flüchtigen Aromaten auf. Durch ihre Funktion als dichte Permeationsbarriere trennen sie niedriglegierte Stähle zuverlässig von säurehaltigen Fluiden und verhindern die für Sauergasbohrungen typische sulfidinduzierte Spannungsrisskorrosion.
Aufgebaut auf extrem stabilen Kohlenstoff-Fluor-Bindungen (C–F), gewährleisten Everflon™ Schichtsysteme kompromisslose Funktionalität unter härtesten Offshore- und Bohrlochbedingungen:
Vollkommen inert gegenüber hohen Partialdrücken von H2S und CO2, konzentrierten Salzlaugen sowie aggressiven Stimulationssäuren (HCl/HF).
Dauerhaft thermisch stabil bis 260 °C (500 °F) mit nachgewiesener Resistenz gegen Blasenbildung durch explosive Gasdekompression (RGD).
Niedrigste Reibungszahlen (0,05 bis 0,10) sichern ein wiederholbares Drehmoment-Vorspannkraft-Verhältnis und fressfreies Lösen von Gewindeverbindungen.
Die extrem niedrige Oberflächenenergie verhindert die Kristallisation von Paraffinwachsen, Bariumsulfaten und Asphaltenen an Rohrinnenwänden.
Wählen Sie den passenden Fluorpolymer-Werkstoff abgestimmt auf Bohrlochteufen, Medientemperaturen und mechanische Beanspruchungen:
| Fluorpolymer-Güte | Max. Dauertemperatur | Permeationswiderstand | Primärer technischer Mechanismus | Typische Komponenten & Ausrüstung |
|---|---|---|---|---|
| Everflon™ PTFE | 260 °C (500 °F) | Gut | Niedrigster Reibwert, Festschmierstoffwirkung, Schutz vor Kaltverschweißung, Hitzestabilität | B7/L7 Stehbolzen, Flanschverbindungen, Kugelhahn-Dichtsitze, Antriebskolben |
| Everflon™ PFA | 260 °C (500 °F) | Hervorragend | Porenfreie Schmelzbarriere, vollständige Säure-/Sauergasundurchlässigkeit, Risszähigkeit | Subsea-Ventile, Untertage-Sicherheitsventile (DHSV), Chemikalien-Injektionsleitungen |
| Everflon™ FEP | 205 °C (401 °F) | Überragend | Glatte, homogene Schmelzoberfläche, exzellente Anti-Haftwirkung gegen klebrige Paraffine | Flowlines, Drosselkörper (Chokes), Probenahmezylinder, Messgerätegehäuse, Rohrliner |
| Everflon™ ETFE | 155 °C (311 °F) | Überragend | Extreme mechanische Zähigkeit, Schnitt- und Schlagfestigkeit, Beständigkeit gegen Bohrschlammabrieb | Außenbeschichtung für Bohrgestänge, Schlammmotorengehäuse, Riser-Klemmen |
Von der Bohrlochkomplettierung bis hin zu Untersee-Anbindungen verlängern Everflon™ Beschichtungen die Einsatzzyklen:
Salzhaltige Meeresluft und galvanische Elementbildung an Flanschen führen zum Festfressen der Gewinde, sodass Bolzen bei Wartungen abgeflext werden müssen. Everflon™ PTFE-Bolzenbeschichtungen halten über 3.000 Stunden Salzsprühtest (ASTM B117) stand, garantieren gleichmäßige Anzugsmomente und ermöglichen zerstörungsfreies Lösen mit Standardwerkzeugen.
Hohe Sohlentemperaturen und abrasive Bohrspülungen verschleißen ungeschützte Gehäuse und Schiebehülsen. Everflon™ ETFE- und PFA-Schichten schützen empfindliche Messelektronik vor Schlammanbackungen und sichern reibungsarme Bewegungen mechanischer Komponenten.
Korrosives Nassgas und sandhaltiges Rohöl erodieren metallische Dichtflächen und lassen Betätigungsmomente in die Höhe schnellen. Everflon™ PFA- und PTFE-Auskleidungen senken das Drehmoment, dichten absolut blasendicht ab und verhindern Säurefraß an Grundkörpern.
Temperaturabfälle in Untersee-Flowlines begünstigen Wachsauskristallisationen und Hydratpfropfen, die Förderströme abwürgen. Die oleophoben und hydrophoben Eigenschaften von Everflon™ FEP/PFA-Innenbeschichtungen verhindern die Keimbildung von Paraffin an Rohrinnenwänden und sichern konstante Durchsätze.
Die Spritzwasserzone (Splash Zone) setzt Klemmen und Führungsbolzen kontinuierlich sauerstoffreichem Meerwasser und UV-Strahlung aus. Mehrschichtige Everflon™ Systeme bieten kathodischen und chemischen Schutz vor Rostbluten und Spannungsrisskorrosion.
Unter Hochdruck injizierte Medien wie Methanol, Glykol, Korrosionsinhibitoren und Biozide greifen Standardpolymere chemisch an. Everflon™ PFA- und ETFE-Liner sind universell chemikalienbeständig und schließen Quell- oder Permeationsschäden aus.
Everflon™ Beschichtungen für das Ölfeld werden nach strengen internationalen Prüfstandards überwacht:
Salzsprühtest nach ASTM B117: Beschichtete Befestigungselemente widerstehen mehr als 3.000 Stunden kontinuierlicher Salzsprühbelastung ohne Rotrost oder Blasenbildung.
Hochspannungs-Porenprüfung nach ASTM G62: Schmelzverarbeitete PFA- und ETFE-Auskleidungen werden zu 100 % mit Hochspannung geprüft, um absolute Porenfreiheit an Dichtflächen sicherzustellen.
Gitterschnitt-Haftung nach ASTM D3359: Spezielle temperaturfeste Primersysteme garantieren eine Kennwert-Klassifizierung von 5B auf Kohlenstoffstählen, Duplex-, Super-Duplex- und Inconel-Legierungen.
F: Welche Vorteile bieten Everflon™ Beschichtungen gegenüber galvanischer Verzinkung oder Kadmierung bei Offshore-Bolzen?
A: Metallische Opferschichten bauen sich in mariner Umgebung rasch ab, was binnen Monaten zu Rotrost und Kaltverschweißung führt. Everflon™ Fluorpolymere wirken als echte Barrierebeschichtung mit über 3.000 Stunden Salzsprühbeständigkeit, unterbinden galvanische Ströme und sichern stabile Lösemomente über Jahre hinweg.
F: Sind Everflon™ Beschichtungen beständig gegen explosive Gasdekompression (RGD) in Hochdruck-Gaspromotoren?
A: Ja. Thermoplastisch verarbeitbare Fluorpolymere wie Everflon™ PFA und ETFE besitzen eine hohe molekulare Dichte, geringe Gaslöslichkeit und hervorragende Bruchdehnung. Auf speziellen Hochleistungsgrundierungen verhindern sie Blasenbildung und Mikrorisse unter abrupten Druckabfällen.
F: Können Everflon™ Beschichtungen auf Edelstahl- und Nickelbasislegierungen appliziert werden?
A: Ja. Mit abgestimmten Vorbehandlungsschritten – wie thermischem Entfetten, definiertem Edelkorundstrahlen und chemisch abgestimmten Primern – haftet Everflon™ dauerhaft auf 316L, 17-4 PH, Duplex 2205, Super Duplex 2507 sowie Inconel 625/718.
Wenden Sie sich an die Fachingenieure von Everflon™, um die Beständigkeit gegenüber Ihren Fördermedien zu prüfen, Anforderungen nach NACE MR0175 abzustimmen und Musterprüfungen anzufordern.
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